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Mehrsprachigkeit fördert Karriere im Management


Drei Sprachen sind die Normalität, vier schon fast die Regel: Ein Großteil der Absolvierenden der ESCP Business School beherrscht nach eigenen Angaben mehrere Sprachen sicher – und steigt auch deshalb frühzeitig in Managementpositionen ein. „Die Förderung der Sprachenvielfalt an der ESCP trägt Früchte“, sagt Prof. Dr. Andreas Kaplan, Rektor der ESCP Berlin. Die Business School setzt mit mittlerweile sechs Campussen in ganz Europa seit fast 50 Jahren auf europäische und internationale Vernetzung, Standortwechsel während des Studiums und Mehrsprachigkeit. Gründe, warum die Hochschule durchaus als Vorbild der „Europäischen Hochschulen“ taugt, wie sie die EU aktuell vorantreibt.


Campuswechsel stiftet europäische Identität


Bis 2024 sollen mindestens 20 sogenannte Europäische Hochschulen das gleichzeitige Studieren an verschiedenen Orten in Europa ermöglichen und so Austausch und europäische Identität fördern. Gerade wurden die ersten 17 dieser Hochschulen ausgewählt, die Zahl der interessierten Bewerber war groß. Anlass für die Europäische Union, das bisher bereitgestellte Budget von 60 Millionen Euro kurzerhand um weitere 25 Millionen Euro aufzustocken. „Die Europäischen Hochschulen, wie sie jetzt geplant werden, sind ein gewaltiger Fortschritt. Der Verbund von mehreren Universitäten und das Studieren an mehreren Campussen ermöglichen einen nachhaltigen Austausch, der europäische Identität stiftet“, sagt Andreas Kaplan. Doch noch sind viele Fragen offen, wenn es um die inhaltliche Ausrichtung der Europäischen Hochschulen geht, etwa: In welchen Sprachen soll unterrichtet werden? Welche kulturellen Hürden gilt es zu nehmen?

Kaplan sieht in der Förderung der Campus-Wechsel einen entscheidenden Erfolgsfaktor: Studierende erleben so unterschiedliche Kulturen und lernen Sprachen. Sie bauen internationale Netzwerke auf und werden anpassungsfähiger – das zahlt sich auch in der Arbeitswelt aus. Viele junge Menschen finden nach ihrem Abschluss Jobs im gewünschten Ausland. Eine aktuelle Datenerhebung von Talentwunder gibt dem Rektor Recht: Das Unternehmen hat mit seiner Talentsuchmaschine fast 35.000 Personenprofile von Alumni der ESCP in Business-Netzwerken und Social-Media-Kanälen erfasst. Demnach beherrschen laut eigenen Angaben 40 Prozent drei Sprachen, jeder Vierte spricht sogar vier oder mehr Sprachen. Ein Großteil von ihnen steigt frühzeitig in eine erfolgreiche, internationale Managementlaufbahn ein. Die Zahlen von Talentwunder sind zwar nicht repräsentativ, aber sie zeigen: In den Wirtschaftswissenschaften und im Managementbereich ist Mehrsprachigkeit von Vorteil.

Zwar erhöht Englisch als Unterrichtssprache die Diversität im Hörsaal um ein Vielfaches, weil Studierende aus allen Ländern der Welt gemeinsam lernen können. Das denkt auch ein Großteil der Menschen in Deutschland, wie eine forsa-Umfrage im Frühling gezeigt hat: 70 Prozent der Befragten bevorzugen Englisch als einheitliche Sprache im Auslandsstudium. „Es hat allerdings keinen Sinn, in einem Land zu studieren und zu leben, ohne sich die Sprache zumindest zum Teil anzueignen“, sagt Andreas Kaplan. Fremdsprachenkurse mit Niveaunachweis sollten darum obligatorisch sein und Wahlpflichtveranstaltungen in den Landessprachen angeboten werden. „Sprache ist der Hauptschlüssel zu interkultureller Kompetenz“, so Kaplan.

Interkulturelle Fallstricke vermeiden


Denn neben der Sprache können auch kulturelle Besonderheiten zu Fallstricken auf dem internationalen Parkett werden. Ein Beispiel: In Deutschland haben Noten ein großes Gewicht. Weil sie Englisch am besten beherrschen, studieren viele Deutsche im Ausland bevorzugt auf Englisch, um sehr gute Leistungen nachweisen zu können. In Frankreich kommt es weniger auf die Noten an, sondern vielmehr auf den Abschluss, um den Wunschjob zu bekommen. Dieser Umstand verringert die psychologische Blockade, Kurse in anderen Fremdsprachen als Englisch zu belegen. Im Studium und in der Arbeitswelt führt dieses unterschiedliche Werteverständnis schon mal zu Frustrationen in divers zusammengesetzten Teams. „Aber auch das ist Europa. Die Studierenden lernen frühzeitig, Kompromisse einzugehen, sich auf den anderen einzustellen und nicht mit dem Kopf durch die Wand zu rennen“, sagt Kaplan. Seine Forderung: Experten, die sich mit Interkulturalität im Hochschulwesen auskennen, sollen den neu gegründeten Europäischen Hochschulen beratend zur Seite stehen. Denn die Europäischen Hochschulen seien ein gesamteuropäisches Projekt.

Eine Chance für die Wissenschaftslandschaft Osteuropa
Für Kaplan bieten Europäischen Hochschulen eine große Chance, die wissenschaftliche Unabhängigkeit in Universitäten einiger zentral- und osteuropäischer Länder zu stärken. „Bisher gehen nur wenige Studierende in die östlichen Länder Europas, was sicher vor allem an der Sprachbarriere liegt. Estnisch, Tschechisch oder Ungarisch werden nur selten an deutschen Schulen unterrichtet“, erläutert der Rektor. Die ESCP geht auch da einen anderen Weg: Seit 2015 zählt zu ihrer Wirtschaftshochschule ein Campus in Warschau, der seinen Platz innerhalb der renommierten Kozminski Universität gefunden hat.

 

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